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Nach 14 Jahren wieder Edelmetall bei den Deutschen

Helene Schall und Franziska Weidner starteten für den TSV Katzwang 05 bei den 129. Deutschen Meisterschaften im Schwimmen in Berlin 

Nach 14 Jahren wieder Edelmetall bei den Deutschen -

Silbermedaille über 200m Lagen geht nach Katzwang

 

Katzwang/Berlin  – Vom 15. bis 18. Juni  2017 war Berlin wieder Austragungsort der Offenen Deutschen Meisterschaften im Schwimmen und wie die Jahre vorher bot die Europa-Schwimmhalle im Sportpark mit ihren 2 olympischen Pools optimale Bedingungen für die Sportler wie auch für die Zuschauer . Die Veranstaltung bildete auch in diesem Jahr den Höhepunkt im deutschen Schwimmsport und bot der nationalen Schwimmelite neben den Titelwettkämpfen auch die Möglichkeit zur Qualifikation für die Weltmeisterschaften in Budapest im Juli. Leider konnten nur wenige der Favoriten im Becken die vom Deutschen Schwimmverband hierfür aufgestellten harten Normzeiten unterbieten, jedoch überraschten dafür viele der Nachwuchsschwimmer mit tollen Leistungen im 50m Becken.

Das Qualifizierungskriterium für die DM war wie in den letzten Jahren ein Platz unter den 100 Besten der jahrgangsoffenen Rangliste des DSV mit Stichtag zum  02.06.2017.

Für den TSV Katzwang 05 hatte es die erst 13-jährige Gymnasiastin Helene Schall (Jg. 2003) geschafft und sich erstmalig für die Deutschen qualifiziert. Sie reiste extra für ihre Paradestrecke, die 50m Rücken, von Katzwang nach Berlin, um dort für die SG Mittelfranken zu starten. Und tatsächlich konnte sie mit einer neuen persönlichen Bestzeit einige Konkurrentinnen hinter sich lassen und belegte schließlich den für ihr Alter sehr beachtlichen 41. Platz.  Mit ihrer Zeit von 31,26 Sekunden sicherte sie sich außerdem Rang 12 in ihrem Jahrgang in der Deutschen Bestenliste.

Eine deutlich weitere Anreise zu den Deutschen hatte Franziska Weidner, Jg. 1996, die den Weg von Honolulu, Hawaii, wo sie seit fast 3 Jahren studiert und trainiert, über Anchorage, Alaska und Frankfurt nach Nürnberg und von dort aus mit dem Auto nach Berlin wagte, also 11.941 km Luftlinie zurücklegte um bei den Deutschen starten zu können, die dieses Jahr wesentlich später stattfanden und terminlich in die amerikanischen Semesterferien fielen.

Vor 14 Jahren hatte Franziska beim TSV Katzwang in einer der Mannschaften für die jüngeren Schwimmer den Leistungssport entdeckt und war bereits vor ihrem Studium in Amerika, wie auch jetzt, für die SG Mittelfranken gestartet. Das intensive Training in den USA sollte sich auszahlen, denn die 21-jährige Studentin überraschte in Berlin mit durchwegs hervorragenden Leistungen. Bei allen 5 gemeldeten Starts erreichte sie mit ihren Vorlaufzeiten die Finalläufe.

Gleich am ersten Tag setzte die Freistilspezialistin auf ihrer erklärten Nebenstrecke, den 200m Brust, ein Ausrufezeichen, indem sie ihre alte Bestzeit um über 10 Sekunden pulverisierte und in 2:31,82 für alle überraschend mit Platz Fünf im Finale bereits in die Nähe der Medaillenränge kam. Am zweiten Tag standen 200m Freistil auf dem Programm, wo Franziska im B-Finale mit 2:01,60 als Schnellste anschlug und damit Neunte wurde.

Am Tag 3 der Deutschen setzte die Katzwangerin alles auf eine Karte. Über 100m Freistil mit einer Zeit von 56,66 Sekunden als Sechste für den Endlauf qualifiziert, meldete sie ihre Teilnahme dafür ab, da das Finale ihrer zweiten Strecke an diesem Tag, über 200m Lagen, zeitlich sehr knapp danach angesetzt war und sie sich dort mit ihrer Zeit von 2:16,58 Minuten als Vorlaufzweite Medaillenchancen ausrechnete.  Die Strategie ging auf und wurde mit einer weiteren Bestzeit von 2:14,76 Minuten und der ersehnten Silbermedaille gekrönt.

Die 50m Freistil am letzten Tag beendete Franziska im B-Finale als Fünfte in 26,32 Sekunden. Diese rundeten ihre Teilnahme bei den Deutschen ebenso ab wie die beiden Starts in den Staffeln mit ihren SGM-Teamkolleginnen aus Erlangen. Mit zwei hervorragenden vierten Plätzen im stark besetzten Feld der großen deutschen Schwimmvereine bei der 4x200m Freistilstaffel und der 4x100m Lagenstaffel konnte sich das junge Team der SGM gut behaupten.

Neben dem Vizemeistertitel über die 200m Lagen, der im Übrigen seit 14 Jahren wieder das erste Edelmetall für die 05er bei einer Deutschen Meisterschaft bedeutet,  konnte sich die Katzwangerin nebenbei auch noch über jede Menge Vereinsrekorde freuen, die postwendend von den fleißigen Unterstützern zuhause, die an dieser Stelle ebenfalls dankend erwähnt werden sollen, aktualisiert wurden. Neben den 200m Brust, den 200m Freistil und den 200m Lagen (alle drei Rekorde von Olympiateilnehmerin Daniela Götz aus 2004) können auch die ersten Teilstrecken bei den längeren Distanzen gewertet werden, also zum Beispiel bei den 200m Lagen die 50m Schmetterling, die Franziska in 28,67 Sekunden absolvierte und damit den ältesten Katzwanger Vereinsrekord von Jutta Ziegler aus dem Jahr 1991 verbesserte. Auch die ersten 100m  von der 200m Bruststrecke in 1:11,73 bedeuteten daher einen neuen Rekord in Katzwang (von Hannah Hofmockel aus 2015).

Am letzten Juni-Wochenende  geht die Reise dann zum Internationalen Sprintertreffen nach Landau an der Isar, wo der gesamte Katzwanger Schwimmernachwuchs bis hin zu den Allerjüngsten beim traditionellen Vereinsausflug sein Können unter Beweis stellen darf.

 

GW